Auf den Trümmern einer alten Ordnung

Das Limburger Stift bestand 900 Jahre, vom beginnenden zehnten bis zum Anfang des neunzehnten Jahrhunderts, bis es in einer Zeit der Umbrüche nach der Französischen Revolution der Säkularisierung zum Opfer viel. In eben dieser Zeit wurden aber auch Herrschaftsbereiche neu geordnet. Das Gebiet um Limburg, das bis dato den rechtsrheinischen Teil des Trierer Bistums darstellte, fiel an das Herzogtum Nassau. Auf Initiative der nassauischen Regierung in Wiesbaden und der freien Reichsstadt Frankfurt wurde 1827 das neue Bistum Limburg gegründet. Die ehemalige Stiftskirche wurde zur Kathedrale, zur Kirche des Bischofs von Limburg.

Die ersten Bischöfe Brand und Bausch mussten die 134 Pfarreien und 175.000 Katholiken erst einmal zu einer Diözese werden lassen. Politisch wie finanziell stand das Bistum unter staatlicher Kontrolle. Peter Joseph Blum, der dritte Bischof von Limburg, versuchte zunächst gegenüber dem Herzogtum Nassau, später gegenüber Preussen, die Kirche von staatlicher Bevormundung zu befreien. Im preussischen Kulturkampf, als Reichskanzler Bismarck die Rechte der Kirchen einschränkte, leistete Blum aktiv Widerstand und musste für sieben Jahre das Land verlassen.

In der Zeit des Nationalsozialismus wurde auch die katholische Kirche von den Machthabern bedrängt. Viele Menschen im Bistum Limburg, Geistliche und Laien, leisteten dagegen Widerstand. Bischof Antonius Hilfrich protestierte in aller Schärfe gegen die Ermordung geistig behinderter Menschen in der Heilanstalt Hadamar. Sein Nachfolger Ferdinand Dirichs, in der NS-Zeit Jugendpfarrer, galt als treibende Kraft des Klerus im Widerstand.

Bischof Wilhelm Kempf trug die Aufbruchsstimmung des Zweiten Vatikanischen Konzils ins Bistum. In seiner Amtszeit wurde die Liturgiereform umgesetzt und eine neue synodale Struktur des Miteinanders von Priestern und Laien erarbeitet. Der emeretierte Bischof Franz Kamphaus war und ist über das kirchliche Umfeld hinaus als überzeugender Vertreter seiner Kirche und als Anwalt der Armen und Schwachen bekannt. Seit Januar 2008 ist Franz-Peter Tebartz-van Elst Bischof von Limburg.

Der Limburger Dom erlebt die Weihen der Bischöfe von Limburg und – weitaus häufiger – die Weihen der neuen Priester des Bistums. Zum Anlass der Gründung wurde dem neuen Bistum Limburg eine kostbare byzantinische Kreuzesreliquie übereignet. Die Reliquie wird in einem Behälter, der sogenannten Staurothek, aufbewahrt, einer Handarbeit aus dem 10. Jahrhundert. Diese Kreuzesreliquie steht im Zentrum des jährlichen Kreuzfestes, dem von Bischof Kempf eingeführten diözesanen Katholikentag. Die Staurothek als Kunstwerk von Weltrang hat dem Limburger Domschatz seinen Namen gegeben.